Side


Side blickt auf eine etwa 3500 Jahre lange Vergangenheit zurück und war in der Antike eine bedeutende Hafenstadt in der Region Pamphylien, wie diese Landschaft an der mittleren Südküste in der Antike genannt wurde. Von der antiken Hafenstadt sind viele Bauwerke erhalten geblieben.

Das antike Side liegt auf einer flachen Halbinsel mit Hafenanlagen an der Spitze. Der Kirchenhistoriker Eusebios (4. Jahrhundert) datiert die Gründung der Stadt auf 1405 v. Chr., die antike Überlieferung geht davon aus, dass Side etwa im 7. Jahrhundert v. Chr. vom äolischen Kyme aus gegründet wurde.

Alexander der Große eroberte Side im ersten Jahr seines Eroberungsfeldzugs im Jahr 334 v. Chr. und brachte die hellenistische Kultur mit sich. Nach seinem Tod wurde das Königreich schließlich unter seinen Generälen aufgeteilt. Durch den Ausbau des Hafens stieg Side in hellenistischer Zeit zu eine wohlhabenden und bedeutenden Handelsmetropole mit rund 40.000 Einwohnern auf.

In der südlichen Türkei wechselten die Herrschaftsverhältnisse recht häufig, insbesondere zwischen den Ptolomäern in Ägypten und dem seleukidischen Reich von Syrien.

Zu Beginn des 1. Jahrhunderts vor Christus arrangierten sich die Stadtväter mit den kilikischen Seeräubern und Side wurde zu einem wichtigen Sklavenmarkt. Die Einnahmen durch den Sklavenmarkt gingen endgültig verloren, nachdem der römische Feldherr Gnaeus Pompeius Magnus 67. v. Chr. der Piraterie ein Ende setzte.

Im weiteren Verlauf der Geschichte blühte die Stadt als Teil der römischen Provinz Pamphilien auf und erlebte bis zur Mitte des 3. Jh. n. Chr. eine Zeit des Wohlstandes. Der Reichtum dieser Zeit ist durch großzügige Bauten, Tempel und Prachtstraßen belegt. Diese Bauten prägen noch heute das Bild der antiken Stadt. Jedoch zeugt z.B. die innere Stadtmauer davon, dass die Friedenszeit nur von relativ kurzer Dauer war.

Bereits im 3. Jh. n. Chr. wird von einer aktiven Christengemeinde in Side berichtet. Akten der Christenprozesse aus Zeiten des Kaisers Diokletian belegen dies. In byzantinischer Zeit wurde Side zum Bischofssitz erhoben, doch erlangte die Stadt nie wieder ihre frühere Bedeutung.

Zur Zeit der Araberüberfälle im 7. Jh. n. Chr. wanderten viele Bewohner nach Antalya ab. Fortan wurde es still um die einst so prächtige Stadt. Im 11. Jahrhundert machte die Stadt noch einmal als Piratennest von sich reden, jedoch legten sich bald Sanddünen über die Ruinen.

Ein Erdbeben im 12. Jahrhundert zerstörte viele der noch verbliebenen Bauwerke endgültig. Side wurde über die Zeit stets aus Aquädukten mit Trinkwasser aus dem 30 Kilometer entfernten Fluss Manavgat versorgt. Reste der Aquädukte sind an verschiedenen Stellen noch zu sehen.
Türkische Flüchtlinge aus Kreta gründeten 1895 auf der südlichen Hälfte der verlassenen antiken Stadt Side das Fischerdorf Selimiye. 1947 begannen erste Ausgrabungen, die bis heute andauern. Side wurde 1966 von der UNESCO unter Schutz gestellt. Das Fischerdorf wurde in den 1970er Jahren als Badeort entdeckt und erlebt seitdem wie viele Orte an der Türkischen Riviera einen andauernden touristischen Aufschwung. Der Ort Selimiye überbaut heute den südlichen Teil des antiken Side und bildet das Zentrum von Side. In diesem dicht besiedelten Teil verblieben nur wenige antike Gebäude, wie z.B. die Hafentherme und die Große Therme. Der nordöstliche Teil der antiken Stadtfläche ist von einer Düne überdeckt. Vom Apollon-Tempel am Hafen wurden fünf Säulen wieder aufgerichtet und bilden aufgrund der exponierten Lage ein beliebtes Foto-Motiv. Beiderseits der Halbinsel liegen ausgedehnte Sandstrände mit dahinter liegenden Hotelanlagen.

Manavgat


Über die Gründung von Manavgat ist nicht sehr viel bekannt, allerdings wird diese allgemein auf die Zeit um 200 – 150 vor Christus datiert. Der frühere Name der Stadt war in der Luwi-Sprache Manauwa (Muttergöttin Tempel). Manavgat ist nach dem antiken Fluss der Stadt Mela, Manavgat Çayı, benannt. Jahrhundertelang haben die Antikstädte Seleukeia und Side Manavgat als heiligen Ort angesehen und verehrt.

So viel man aus frühen Schriften weiß, war bereits in den ersten Jahrhunderten (genau wie heute) der Transportweg zu See, auf dem Güter und Menschen transportiert wurden, typisch für Manavgat und eine Einnahmequelle der dort lebenden Menschen.

Manavgat hat sich zwischenzeitlich zum Zentrum der Region entwickelt. Davon zeugen die zahlreichen Geschäfte, Hotels, Restaurants und Bars; ein gewichtiger Teil der in der Tourismusbranche in Side tätigen einheimischen Bevölkerung hat zudem ihren Wohnsitz in Manavgat.
 
Neben dem Tourismusgeschäft spielt hier auch die Landwirtschaft eine zentrale Rolle, in der fruchtbaren Ebene, in der Manavgat liegt, wachsen Gemüse, Getreide und Baumwolle. Der große Montagsmarkt, bei dem Bauern aus der Umgebung ihre Erzeugnisse in großen Mengen darbieten, zählt zu den absoluten Touristenattraktionen in der Kreisstadt.
 
Das antike Side wurde über einen Äquadukt mit Wasser aus diesem Fluss versorgt. Zum gleichen Zweck wird heute der Fluss durch den Oymapınar-Damm zum See gestaut. Oberhalb der Stadt bildet der Fluss einen Wasserfall, der zwar nicht sonderlich hoch ist, aber dennoch unter der einheimischen Bevölkerung ein beliebtes Ausflugsziel darstellt.

Das antike Seleucia


 
Die Ruinen der Stadt, die als Seleucia in Pamphylia bezeichnet wird, sind neueren Forschungen zufolge tatsächlich die Überreste einer Stadt namens Lyrbe, die in der Kaiserzeit die bedeutendste Siedlung im Hinterland von Side war.

Die Ruinen befinden sich rund 13 km nordöstlich von Manavgat inmitten eines dichten Pinienwaldes. Die Agora gilt als die besterhaltene von ganz Kleinasien. Auch eine zweistöckige Markthalle, ein kleiner Podiumstempel und ein großes Thermengebäude.

 
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